Wespen und Hornissen in Deutschland
In Deutschland kommen mehrere Wespenarten vor, die für Menschen relevant sind: Die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) und die Deutsche Wespe (Vespula germanica) sind die häufigsten Verursacher von Nestproblemen. Beide Arten können aggressive Schwärme bilden, wenn ihr Nest bedroht wird. Deutlich seltener, aber beeindruckender ist die Hornisse (Vespa crabro) — die größte europäische Faltenwespe, die in Deutschland unter Artenschutz steht.
Wespenkolonien beginnen jedes Jahr aufs Neue: Im Frühjahr erwacht die überwinterte Königin und baut ein faustgroßes Anfangsnest. Bis zum Sommer kann die Kolonie auf mehrere tausend Tiere anwachsen — ein Nest in Fußballgröße ist in einem durchschnittlichen Sommerhaushalt völlig normal. Im Herbst sterben alle Wespen bis auf neue Königinnen — das alte Nest wird nie wieder genutzt.
Besonders im Spätsommer werden Wespen aggressiver: Die Kolonie nähert sich ihrem Ende, und Nahrung wird knapp. Wespen verteidigen dann ihr Nest intensiver und können durch Bewegungen, Parfüm oder Lebensmittelgerüche zu Stichen provoziert werden. Für Allergiker kann ein Wespenstich lebensbedrohlich sein.
Wann ist ein Wespennest wirklich gefährlich?
Nicht jedes Wespennest muss entfernt werden. Wespen sind wichtige Nützlinge — sie vertilgen Fliegen, Blattläuse und andere Schädlinge in Gärten und Feldern. Professionelle Kammerjäger empfehlen, ein Nest zu dulden, wenn es keine unmittelbare Gefahr darstellt. Eingreifen ist jedoch sinnvoll und notwendig, wenn:
- Das Nest sich direkt am Eingang, an der Terrasse oder auf einem viel genutzten Weg befindet
- Im Haushalt Allergiker, Kinder oder Haustiere leben, die besonders gefährdet sind
- Das Nest sich im Rollladenkasten, in der Hauswand oder auf dem Dachboden befindet und sich bereits ins Gebäude ausdehnt
- Die Kolonie bereits sehr groß ist und die Wespen aggressiv auf Annäherung reagieren
- Das Nest an einem Schulhof, Kindergarten oder einem anderen öffentlich zugänglichen Bereich liegt
Artenschutz: Was Sie über Hornissen wissen müssen
Die Hornisse (Vespa crabro) steht in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern unter gesetzlichem Artenschutz. Das mutwillige Beschädigen oder Zerstören eines Hornissennestes sowie das Töten von Hornissen ist nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 65.000 Euro geahndet werden.
Es gibt jedoch Ausnahmeregelungen: In bestimmten Situationen — etwa wenn ein Nest unmittelbar die öffentliche Sicherheit gefährdet — kann die zuständige Naturschutzbehörde eine Ausnahmegenehmigung erteilen. Professionelle Kammerjäger kennen diese Regelungen und können den richtigen Weg einschlagen — inklusive einer fachgerechten Umsiedlung des Nestes, wenn dies möglich und sinnvoll ist. Hornissen sind im Übrigen deutlich friedlicher als ihr Ruf: Sie stechen nur, wenn sie direkt bedroht werden.
Ähnliches gilt für Hummeln — ebenfalls geschützte Insekten, die oft mit Wespen verwechselt werden. Ein Hummelnnest darf unter keinen Umständen zerstört werden.
Methoden der professionellen Wespenbekämpfung
So läuft ein professioneller Einsatz ab
Sie beschreiben Nest, Lage und Tierart (soweit erkennbar). Wir helfen einzuschätzen, ob sofort gehandelt werden muss und welche Methode sinnvoll ist. Kostenlos und unverbindlich.
Vor Ort wird die Wespen- oder Hornissenart bestimmt und die Gefahrenlage bewertet. Bei Hornissen werden die artenschutzrechtlichen Anforderungen geprüft. Das Nest wird fotografisch dokumentiert.
Sie erhalten ein transparentes Angebot. Die geeignete Methode wird erklärt — Bekämpfung, Umsiedlung oder Duldungsempfehlung, falls das Nest keine echte Gefahr darstellt.
Der Kammerjäger arbeitet mit professioneller Imkerschutzausrüstung. Behandlung oder Nestentfernung werden sicher und effizient durchgeführt. Ein Einsatz dauert in der Regel 30–90 Minuten.
Das Nest wird entfernt, Eintrittspunkte werden versiegelt. Sie erhalten konkrete Empfehlungen, wie Sie eine Neuansiedlung im nächsten Jahr verhindern können.
Kosten der Wespenbekämpfung
Die Kosten hängen von Nestgröße, Lage und dem erforderlichen Aufwand ab:
- Kleines Nest, gut erreichbar: ab 120 €
- Mittelgroßes Nest (Fußballgröße): ab 200 €
- Dachboden, Hohlwand, Erdnest: ab 300 €
- Hornissennest (inkl. artenschutzrechtlicher Prüfung): ab 350 €
Wespen von Hornissen und Hummeln unterscheiden
Die richtige Artbestimmung ist wichtig — sowohl für die Methode als auch für den Artenschutz:
- Wespen: 10–20 mm, gelb-schwarze Streifen, schlanke Taille, glänzend. Nester aus Holzfasern (papierartig), hell-grau. Sehr aggressiv bei Bedrohung.
- Hornissen: 20–35 mm, braun-gelb mit weniger Schwarz, breiteres Abdomen. Nester meist in Baumhöhlen, Dachböden. Weniger aggressiv als ihr Ruf, aber Stich schmerzhafter.
- Hummeln: 10–25 mm, rundlich, pelzig-fellig, oft schwarz-gelb oder schwarz-orange. Nester klein, im Boden oder in Mäuselöchern. Sehr friedlich, selten gefährlich. Unter Naturschutz.
Im Zweifelsfall: Kein Nest selbst berühren, Bilder machen und uns anrufen. Wir helfen bei der Bestimmung.