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Ratten

Ratten im Keller — Was tun?

Warum Ratten so gerne im Keller leben

Der Keller eines Hauses ist für Ratten nahezu ideal: Es ist dunkel, ruhig, feucht genug und bietet unzählige Versteckmöglichkeiten hinter Regalen, in Isoliermaterial oder zwischen alten Kartons. Hinzu kommt die Nähe zur Kanalisation — viele Keller verfügen über Bodenabläufe oder schlecht abgedichtete Rohrdurchführungen, die Ratten als direkte Eintrittspforte nutzen.

Ein weiterer Faktor ist die Nahrungsnähe: Gelagerte Lebensmittel, Kartoffelkisten, Tierfutter oder Kompost in Kellernähe ziehen Ratten magnetisch an. Wanderratten (Rattus norvegicus), die häufigste Art in Deutschland, benötigen täglich bis zu 30 Gramm Nahrung und bis zu 60 Milliliter Flüssigkeit — beides findet sich in typischen Hauskellern problemlos.

Der entscheidende Punkt: Ratten sind keine Einzelgänger. Wer eine Ratte sieht, kann davon ausgehen, dass bereits eine ganze Kolonie vorhanden ist. Ratten sind nachtaktiv und äußerst scheu — die tagsüber sichtbare Ratte ist meist ein schwaches oder sehr hungriges Tier, das aus der Gruppe gedrängt wurde.

Erkennungszeichen — So entlarven Sie Ratten im Keller

Ratten verraten sich durch eine Reihe unverkennbarer Spuren, noch bevor man die Tiere selbst zu Gesicht bekommt. Wer diese Zeichen früh erkennt, kann schneller handeln und größeren Schaden vermeiden.

Rattenkot

Das zuverlässigste Erkennungsmerkmal ist der Kot. Rattenkot ist 12–20 mm lang, an beiden Enden spitz zulaufend und hat eine dunkelbraune bis schwarze Färbung. Er erinnert an eine übergroße Kaffeebohne. Im Unterschied dazu ist Mäusekot deutlich kleiner (4–7 mm) und gleichmäßig oval. Frischer Rattenkot ist weich und glänzend, älterer Kot wirkt trocken und bröselig. Findet man viel frischen Kot, ist der Befall aktiv.

Nagespuren

Ratten haben Nagezähne, die niemals aufhören zu wachsen — sie müssen ständig nagen, um sie abzunutzen. Typische Nagespuren finden sich an Holzbalken, Dämmplatten, Kunststoffrohren, Kabeln und Verpackungsmaterialien. Kabelschäden durch Nagespuren sind besonders gefährlich: Sie können Kurzschlüsse und im schlimmsten Fall Wohnungsbrände verursachen.

Laufwege und Fettspuren

Ratten laufen immer dieselben Wege entlang und hinterlassen dabei Fettspuren (sogenannte "Runs") an Wänden und Kanten. Diese dunklen, leicht glänzenden Streifen entstehen durch das Körperfett der Tiere. Laufwege verlaufen typischerweise entlang von Wänden, Rohren und hinter Regalen.

Geräusche und Geruch

Nachts hört man Ratten oft deutlich: schabendes und kratzendes Geräusch, das Rascheln von Nistmaterial oder ein helles Quieken. Auch der ammoniakartige, beißende Geruch von Rattenmarkierungen ist ein klares Signal. Wenn der Keller trotz Lüftung unangenehm riecht, sollte man genauer hinsehen.

Rattenkot und Nagespuren im Keller

Typischer Rattenkot: 12–20 mm lang, spitz zulaufend — deutlich größer als Mäusekot.

Gesundheitsrisiken — Nicht unterschätzen

Ratten sind weit mehr als ein ästhetisches Problem. Sie gelten als Überträger einer Reihe ernsthafter Krankheiten, die für Menschen gefährlich werden können.

  • Leptospirose: Eine bakterielle Infektion, die über Rattenurin übertragen wird — auch über kontaminiertes Wasser oder feuchten Boden. Symptome ähneln anfangs einer Grippe, können aber zu schwerem Organversagen führen.
  • Salmonellen: Rattenkot verunreinigt Lebensmittel und Oberflächen. Besonders gefährlich in Kellern mit gelagertem Gemüse, Einmachgläsern oder Tierfutter.
  • Hantavirus: Wird über Kot, Urin und Speichel der Rötelmaus übertragen, kann aber auch durch Wanderratten verbreitet werden. Getrockneter Kot darf nie ohne Atemschutz aufgekehrt werden.
Wichtig: Rattenkot niemals trocken aufkehren oder mit dem Staubsauger aufnehmen — das wirbelt Krankheitserreger auf. Immer mit Handschuhen und Atemschutzmaske arbeiten, Kot anfeuchten und in verschlossenen Tüten entsorgen.

Neben den Gesundheitsgefahren richten Ratten auch massive Sachschäden an: Angenagelte Wasserrohre können undicht werden, beschädigte Elektroleitungen lösen Kurzschlüsse aus, und zerstörtes Isoliermaterial senkt die Energieeffizienz des Gebäudes erheblich.

Sofortmaßnahmen — Was Sie jetzt tun können

Sobald Sie Ratten im Keller vermuten, sollten Sie unverzüglich handeln. Die folgenden Schritte können Sie sofort selbst umsetzen, bevor ein Kammerjäger hinzugezogen wird.

  1. Lebensmittel und Tierfutter sichern: Alle im Keller gelagerten Nahrungsmittel in bruchsichere, luftdichte Behälter umfüllen oder in andere Räume bringen. Das entzieht Ratten ihre Nahrungsgrundlage.
  2. Einstiegswege suchen: Kontrollieren Sie alle Rohrdurchführungen, Kellerfenster, Risse im Mauerwerk und Lücken rund um Rohre. Öffnungen ab 2,5 cm Durchmesser reichen Ratten zur Passage. Provisorisch können diese mit Stahldrahtwolle und Mörtel verschlossen werden.
  3. Nest nicht eigenständig entfernen: Das Entfernen eines Nestes ohne Schutzausrüstung und Fachkenntnis ist gefährlich. Verlassen Sie das Nest in Ruhe und informieren Sie einen Kammerjäger.
  4. Keine offenen Giftköder ohne Fachkunde: Offenes Rodentizid ist in Deutschland für Privatpersonen stark eingeschränkt und gefährdet Haustiere, Kinder und Wildtiere. Lassen Sie diese Maßnahme von einem Profi durchführen.
Tipp: Fotografieren Sie Rattenkot, Nagespuren und Laufwege, bevor Sie etwas reinigen. Diese Dokumentation hilft dem Kammerjäger bei der schnellen Einschätzung des Befalls und der Wahl der richtigen Bekämpfungsstrategie.

Wann Sie unbedingt einen Kammerjäger rufen sollten

Ratten sind keine Schädlinge, die man mit Hausmitteln dauerhaft loswird. Es gibt klare Situationen, in denen professionelle Hilfe nicht optional, sondern dringend erforderlich ist.

  • Sie haben mehr als eine oder zwei Ratten gesehen — oder mehrere Kotanhäufungen an verschiedenen Stellen gefunden
  • Es gibt Hinweise auf Kanalratten (Geräusche aus Rohren, Ratten die aus dem WC kommen)
  • Das Objekt ist ein Gastronomiebetrieb, eine Mietwohnanlage oder eine gewerbliche Einrichtung — hier greift die gesetzliche Meldepflicht
  • Kinder oder Kleinkinder leben im Haushalt
  • Haustiere sind vorhanden, die durch frei ausgelegte Köder gefährdet werden
  • Der Befall besteht trotz eigener Maßnahmen fort oder kehrt regelmäßig wieder
Kammerjäger bei der Kellerinspektion

Geprüfte Kammerjäger arbeiten mit zertifizierten Köderboxen und persönlicher Schutzausrüstung.

Was ein geprüfter Kammerjäger unternimmt

Professionelle Schädlingsbekämpfer gehen beim Rattenbefall systematisch vor. Zunächst erfolgt eine gründliche Inspektion des gesamten Objekts: Keller, Kanalisation, Außenbereich und alle möglichen Eintrittspfade werden untersucht. Dabei werden aktive Rattenspuren von alten Spuren unterschieden, um das tatsächliche Ausmaß des Befalls zu beurteilen.

Anschließend werden zertifizierte Köderboxen nach §4 Chemikaliengesetz (ChemG) aufgestellt. Diese sind kindersicher, tamper-resistent und so konstruiert, dass kein Sekundärgiftrisiko für Haustiere oder Wildtiere entsteht. Die verwendeten Rodentizide sind nur für Fachbetriebe mit Sachkundenachweis zugelassen.

Zur Behandlung gehört außerdem die Dokumentation aller Maßnahmen — bei gewerblichen Objekten ist diese sogar gesetzlich vorgeschrieben. Nachkontrollen nach 7–14 Tagen stellen sicher, dass alle Tiere erfasst wurden und kein neuer Befall entstehen kann. Abschließend empfehlen geprüfte Kammerjäger konkrete Maßnahmen zur Barrieresicherung, damit Ratten künftig keinen Zugang mehr finden.

Gut zu wissen: Bei Rattenbefall in der Kanalisation sind häufig auch die Kommunen zuständig. Geprüfte Kammerjäger aus Ihrer Region kennen die lokalen Meldewege und können Sie dabei unterstützen, die richtigen Stellen einzuschalten.

Haben Sie Ratten im Keller entdeckt? Warten Sie nicht ab — jede Woche, in der Ratten ungestört leben können, vergrößert die Kolonie und den Schaden. Informieren Sie sich jetzt über professionelle Rattenbekämpfung durch geprüfte Kammerjäger in Ihrer Region und lassen Sie das Problem fachgerecht lösen.

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